Sammlung: Präsentationsportfolio Dr. Katrin Girgensohn

Lehr-Portfolio: Konzeptionsbeispiele

Lehrportfolio von Dr. Katrin Girgensohn: Diese Ansicht dokumentiert beispielhaft die Konzeption und Durchführung von drei meiner Lehrveranstaltungen

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Seminar "Wissen schaffen im Team", seit Sommersemester 2013, Europa-Universität Viadrina

Das Seminar "Wissen schaffen im Team" habe ich 2013 für die Peer Tutoring Ausbildung der Europa-Universität Viadrina konzipiert.Seit dem wird es von mir und  wechselnden KollegInnen des ZSFL jedes Semester durchgeführt und dabei auf der Basis der Rückmeldungen der Studierenden immer wieder modifiziert.

In diesem Grundlagenmodul entwickeln Studierende ihre Sozial- und Selbstkompetenz im Hinblick auf Gruppenarbeiten und Projektmanagement und bauen zugleich literale Kompetenzen im digitalen Bereich auf. Sie befassen sich zunächst in einer zweitägigen Blockphase mit Modellen und Theorien zu Gruppendynamik und Teamarbeit. Ihr theoretisches Wissen setzen sie dann um, indem sie in einer sechswöchigen autonomen Arbeitsphase in  Teams ein Projekt durchführen. Dafür müssen sie zum einen ihren Teamprozess durch Anwendung der theoretischen Grundlagen regulieren und Tools aus dem Projektmanagement anwenden (Meilensteinplan, Ergebnisprotokolle, Rollenverteilung). Zum anderen reflektieren und justieren sie ihre Rollen innerhalb des Teams und ihre Teamfähigkeit durch in die Struktur eingebundene Reflexionsphasen. Ihr Projekt dokumentieren die Teams in einem E-Portfolio, das abschließend öffentlich gemacht wird. Die Erstellung des E-Portfolios erfolgt technisch mit der Software Mahara, die auch in den anderen Ausbildungsmodulen für die persönliche Portfolioarbeit eingesetzt wird. Dies hat den Vorteil, dass diejenigen Studierenden, die die Ausbildung fortsetzen, mit der Software bereits vertraut sind. Die Projekte werden abschließend in einer eintägigen Blockveranstaltung präsentiert und die Teamarbeit wird abschließend ebenfalls reflektiert.

Das Grundlagenmodul ist mit 6 ECTS kreditiert und entspricht dem Umfang von zwei Semesterwochenstunden plus Selbststudium. Es kann von Studierenden aller Fakultäten belegt werden, auch unabhängig davon, ob sie die Peer-Tutoring-Ausbildung durchlaufen möchten oder nicht.

Die folgenden Links führen zu E-Portfolios, die Studierende in diesem Seminar erstellt haben, während sie sich theoretisch und praktisch mit dem Thema Teamarbeit auseinander gesetzt haben:

Präsentationsportfolio Wintersemester 2013/2014

Präsentationsportfolio Sommersemester 2014

Präsentationsportfolio Wintersemester 2014/2015

Präsentationsportfolio WIntersemester 2015/2016

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Lernziele und Text Vorlesungsverzeichnis zum Download

„Wisssenschaftliches Schreiben lernen und Schreibprozesse begleiten“, seit Wintersemester 2012/2013, Europa-Universität Viadrina

 

 Dieses Seminar wurde im Rahmen der Peer Tutoring Ausbildung der Europa-Universität Viadrina neu konzeptioniert. Einige übergeordnete Lernziele wurden vorab kollegial erarbeitet (Reflexionskompetenz, Beratungskompetenz, Rollenkompetenz, Konzeptionskompetenz) und auf die fachlichen Inhalte (Schreibwissenschaft, Schreibdidaktik) zugeschnitten.

Ursprünglich sollte die Veranstaltung als Team-Teaching mit meiner Kollegin Simone Tschirpke stattfinden. Wir haben uns aufgrund der hohen Anmeldezahlen dann entschieden, zwei getrennte Seminare durchzuführen, haben jedoch für die Vor- und Nachbereitung eng kooperiert.

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Lernziele des Seminars

Zusammenfassend gesagt hatte die LV folgende Ziele:

„Die Studierenden entwickeln ein Verständnis für die Handlungen wissenschaftlicher Texte, Handlungen beim wissenschaftlichen Schreiben und Handlungen des Peer Feedbacks auf wissenschaftliche Texte und haben ihre Handlungskompetenz in allen drei Bereichen ausgebaut.

Die Studierenden erreichen dieses Ziel, indem sie Werkzeuge kennen lernen und anwenden, mit denen sie Handlungen (auch Texthandlungen) beobachten, beschreiben, bewerten und durchführen.“

Eine ausführlichere Darstellung der Lernziele gibt es hier.

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Inhaltliche Gestaltung der Lehrveranstaltung

Die Studierenden haben sich zum Einen Fachwissen zu den Themen Peer Tutoring, Schreibwissenschaft und Schreibdidaktik auf der Basis von Fachtexten erarbeitet. Zum Anderen haben sie Praxiswissen erlangt, indem sie Schritt für Schritt einen eigenen Forschungs- und Schreibprozess durchlaufen haben, bei dem sie unterschiedliche Techniken wissenschaftlichen Arbeitens kennen lernten und erprobten und fortlaufend Feedback gaben und bekamen. Die Forschungs-und Schreibaufgabe war es, auf der Basis von Fachliteratur eine Videoaufnahme einer im Peer-Tutoring-Verfahren durchgeführten Schreibberatungssituation kritisch zu untersuchen. Neben der so entstandenen „Mini-Hausarbeit“ dokumentierten und reflektierten die Studierenden abschließend in einem Portfolio auch ihre Lernprozesse, indem sie beispielsweise ausgewählte Methoden darstellten, Überarbeitungsprozesse reflektierten und ihre Rolle beim Feedbacken überdachten.

Neben den wöchentlichen Seminarsitzungen haben die Studierenden kontinuierlich auf der e-Learning-Plattform iversity gearbeitet, wo sie ihre Zwischenschritte dokumentierten und Einblicke in die Texte ihrer KommilitonInnen bekamen, die sie ebenfalls kommentieren konnten.

Weiterführende Dokumente:

Semesterplan

Beispiele für einzelne Sitzungen:
Sitzung 5: "Texte lesen und bewerten"
Ablaufplan, Powerpoint, Lehr-Reflexion zur Sitzung
Sitzung 12: "Stilistische Überarbeitung wissenschaftlicher Texte"
Ablaufplan, Powerpoint, Lehr-Reflexion zur Sitzung

Bewertung der Portfolios (Leistungsnachweis):
Erklärende e-Mail zum Rückmeldebogen
Rückmeldebogen

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Auswertung der Lehrveranstaltung

Die standardisierte Evaluation durch die Europa-Universität Viadrina ist überaus positiv ausgefallen. Auch die schriftlichen und mündlichen Zwischenevaluationen der Studierenden sind sehr positiv, wobei zu Anfang noch eine große Skepsis in Bezug auf das anspruchsvolle Arbeitspensum geäußert wurde. Ein „Zurücklehnen“ war nicht möglich, da jede Woche Aufgaben absolvie rt werden mussten. Bemängelt wurde zudem die Unübersichtlichkeit von iversity. Den Befürchtungen einzelner Studierender, den Anschluss zu verlieren, bin ich zunächst durch Einzelgespräche nachgekommen und habe zudem eine Sitzung eingeschoben, in der vor Ort in einem PC-Raum daran gearbeitet wurde, Rückstände aufzuholen. Die Kritik an iversity hat dazu geführt, dass ich auf die Plattform mahara umgestiegen bin, die ein individualisiertes Arbeiten ermöglicht und sich damit auch besser zur Förderung von Reflexion eignet. Abschließend wurde auffallend häufig geäußert, dass das erzwungenermaßen kontinuierliche Mitarbeiten auch auf der e-Learning-Plattform zu einem sehr nachhaltigen Lernen beigetragen habe. Es wurde so ein Bewusstsein geschaffen für die Komplexität von Forschungs- und Schreibprozessen und zugleich praktisch erprobt, wie sich diese Komplexität in einzelnen Arbeitsschritten bewältigen lässt.
Evaluationsergebnisse

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Ausblick

Die Konzeption der Lehrveranstaltung würde ich im Wesentlichen beibehalten. Insgesamt würde ich versuchen, den Stoff noch stärker zu reduzieren, um in einzelnen Sitzungen mehr Zeit für ein vertieftes Arbeiten zu haben, da einiges manchmal nur angerissen werden konnte, was sicher auch zum Eindruck der Studierenden beigetragen hat, dass es sich um ein hohes Lernpensum handelte. Dafür würde ich am Anfang den Studierenden mehr Zeit geben, selbst Lernziele zu definieren und festzulegen, statt sich nur auf die von mir definierten Lernziele einzulassen.

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Seminar "Schreiben. Grundlagentexte zu Theorie und Didaktik", Sommersemester 2016, Europa-Universität Viadrina

Im Sommersemester 2016 habe ich ein Lektüreseminar an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Europa-Universität Viadrina durchgeführt, das sich mit Texten zur Schreibdidaktik und Schreibforschung aus Stephanie Dreyfürsts und Nadja Sennewalds Buch „Schreiben. Grundlagentexte zu Theorie und Didaktik“ (2014) auseinandersetzte. Für mich gab es mehrere Gründe, dieses Seminar anzubieten. So wollte ich den am Schreibzentrum beschäftigten Peer TutorInnen die Möglichkeit geben, im Rahmen ihres Studiums in einem regulären Seminar ihre Kenntnisse zu vertiefen. Außerdem hatte ich auch selbst Interesse daran, mich vertieft mit den im Buch gesammelten Texten zu befassen. Drittens hatte ich seit vielen Semestern vor allem Praxisseminare im Rahmen der Peer-Tutoring-Ausbildung gegeben und fand die Vorstellung verlockend, Diskussionen theoretischer Texte in den Mittelpunkt zu stellen. Ich nutzte das Seminar zugleich dazu, selbst zu erproben, was ich von der Hochschullehre immer wieder fordere: Die Verbindung von Schlüsselkompetenzförderung mit der Fachlehre. In diesem Fall hatte ich vor, das Lesen als Schlüsselkompetenz in den Blick zu nehmen, indem die Studierenden jede Woche explizit eine andere Lesetechnik erproben und dazu in einem elektronischen Leseportfolio reflektieren sollten.

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Blog zum Seminar

Meine Lehrreflexionen zu diesem Seminar habe ich in einem Blog auf Mahara verfasst, weil ich den Teilnehmenden meines zeitgleich stattfindenden Seminars "Hochschuldidaktik", das der Ausbildung von FachtutorInnen dient, Einblicke in meine Lehre geben wollte. Ich veröffentliche diesen Blog hier aus Platzgründen ohne die dazugehörigen Ablaufpläne, Materialien und Kommentare.

Lehrreflexionen Seminar "Schreiben" RSS

Reflexion zur letzten Sitzung am 20.7.2016

Ich war jetzt zwei Wochen nicht da. Eine Sitzung hatte ich ausfallen lassen (mit der Ansage, sie zum Schreiben des Exposes zu nutzen) und in der nächsten Woche hatte meine Kollegin Anja vom Schreibzentrum eine Feedback-Konferenz zu den Rohfassungen der Exposes angeleitet.

In der letzten Sitzung haben wir uns ganz der Auswertung gewidmet. Ich hatte die Evaluationsergebnisse der Kuwi-Fakultät schon bekommen, wollte aber gerne noch genauer auf verschiedene Aspekte des Seminars eingehen. Zu Beginn sollten die TN nochmal ihre eigenen Lernziele für das Seminar rekapitulieren, außerdem verteilte ich einen Ausdruck mit den Lernzielen, die ich mir vorab überlegt hatte. Dazu sollten die TN zunächst reflektieren (schriftlich oder als Cluster) und sich dann zu zweit austauschen und die wichtigsten Aspekte auf Karten notieren. Dabei unterschieden wir Lernergebnisse in Bezug auf die Lesekompetenz (die ja die ganze Zeit mit entwickelt werden sollte) und in Bezug auf die Fachinhalte (also Schreibwissenschaft). Im nächsten Schritt reflektierten alle schriftlich zu ihrem aktuellen Schreibprozess, denn die Exposes sind ja noch nicht fertig, sind aber quasi das Endergebnis des Seminars. Auch dazu tauschten sich die TN paarweise aus und notierten Aspekte dazu auf Moderationskarten. Ich extrahierte derweil die wichtigsten Evaluationsergebnisse auf weitere Karten.

Im nächsten Schritt pinnten wir nacheinander die Karten zu den verschiedenen Kategorien an eine Pinnwand, so dass wir ein Gesamtergebnis des Seminars bekamen.

Abschließend stellte ich noch zwei neu erschienene Fachbücher vor, die zum Seminarthema passten, und bat nochmal um eine allerletzte Evaluation, da unsere Seminargruppe Kontrollgruppe für die Evaluation der Writing Fellows Seminare war. Und dann war das Seminar schon um -- verrückt!

Ich fand den Ablauf gelungen, weil alle aktiv eingebunden waren und ich einen guten Einblick bekommen habe in die Einschätzungen der Teilnehmenden. Ich fand es auch gut, die Evaluation, die schon im Kuwi-Bogen gemacht worden war, nicht einfach nochmal zu wiederholen.

Die Gesamtbewertung des Seminars ist sehr positiv, das freut mich natürlich. Schwachpunkte gab es lediglich etwas in der Diskussionsmoderation meinerseits, was ich ja selbst auch gemerkt hatte, sowie in der Zusammenführung von Inhalten. Auch das hatte ich selbst als Schwachpunkt gesehen. Insgesamt war das aber auch nur etwas schlechter als die anderen Bewertungen, aber immernoch gut. Es wurde außerdem nochmal deutlich, dass die Leistungsanforderungen sehr hoch waren, wobei mittlerweile keine mehr meinte "zu" hoch. Ich fand es interessant, dass alle im Nachhinein fanden es sei gut gewesen, zur kontinuierlichen Textarbeit gezwungen worden zu sein.

Und was würde ich beim nächsten Mal anders machen?

Zunächst kann ich sagen, dass ich gelernt habe, dass es nicht weit führt einfach zu sagen "diskutiert mal". Ich würde also auch beim nächsten Mal wieder viel mit Kleingruppen und verschiedenen Methoden arbeiten. Es wurde auch gelobt, dass das Seminar abwechslungsreich war. Das habe ich selbst auch so empfunden, z.B. dass wir auch mal gebastelt haben oder Stationen lernen gemacht haben. Im Grunde hat mich das Seminar also in allen meinen hochschuldidaktischen Ansätzen bestärkt und es war eine gute Erfahrung.

Ändern würde ich, dass ich die Lesetechniken besser auf die Texte abstimmen würde. Also komplexe Techniken eher bei leichteren Texten und umgekehrt leichte Techniken für schwere Texte, damit sich das ein bisschen ausgleicht.

Ich würde außerdem NOCH explizierter auf den Arbeitsaufwand hinweisen und vielleicht in einer der ersten Sitzungen mit den Teilnehmenden überlegen, an welchen Stellen das in ihren Stundenplan passt.

Meine Idee, die Lesetechniken vielleicht nur als "Baukasten" zusammen zu stellen, fanden die TN nicht so gut. Sie schätzten es, dass sie alle die gleichen Techniken zeitgleich ausprobieren mussten und sich dann darüber austauschen konnten.

Ich würde außerdem mit einem grundsätzlichen "Lesetraining" zu Beginn starten. Dazu habe ich bei einer Konferenz vor kurzem einen interessanten Workshop bei Friederike Neumann von der Uni Bielefeld mitgemacht. Der wäre eine gute Basis für alle folgenden Techniken.

Insgesamt hat mir das Seminar sehr viel Spaß gemacht, auch oder gerade weil ich am Anfang verunsichert war. Es ist schön, dass ich als Lehrende in Deutschland diese Freiheit habe, zu experimentieren!

Reflexion zur 12. Sitzung am 29.6.2016

Diesmal schreibe ich mit großem Abstand, ich bin einfach nicht dazu gekommen. Aber wie das so ist: mit Abstand nimmt auch die detaillierte Erinnerung an die Sitzung ab.Daher hier nur knapp:

Wir haben zunächst wie geplant die Schreibgespräche zu den einzelnen Texten durchgeführt. Ich hatte zu jedem Text ein Flipchart-Papier mit dem Titel des Textes in der MItte beschriftet. Wir gingen dann alle zwischen den Plakaten hin und her und schrieben Assoziationen und Gedanken zu den Texten auf. Es gab außerdem noch zwei freie Plakate für Fragen und Ideen. Das Ziel war es, die Texte wieder in Erinnerung zu rufen und durch die Schreibgespräche auch zu sehen, was es für Verbindungen zwischen den Texten gibt. Ich weiß nicht, ob die TN die Methode ergiebig fanden, ich habe mir dazu kein Feedback geholt. Es hätte vielleicht tiefer gehen können, aber die Methode an sich hat mir Spaß gemacht. Es war gut, dass ich die Texte jeweils auch zu den Postern gelegt hatte, so dass man nochmal reinschauen konnte.

Anschließend haben wir ein Freewriting dazu gemacht, was jede interessiert und worüber man eine Hausarbeit schreiben könnte. Auf dieser Basis haben dann alle mit der Methode "Dreischritt" (Handout des Schreibzentrums) versucht, ein Thema zu finden und einzugrenzen. Diese haben dann alle vorgelesen und ich habe versucht, zu kommentieren, ob mir das machbar erscheint. Viele Ideen waren ähnlich und drehten sich um die Frage, wie Schreiben in der Studieneingangsphase vermittelt werden kann.

Abschließend sind war das Handout zum Expose durchgegangen, auf dem ich meine Erwartungen und Bewertungskriterien festgehalten habe.

Insgesamt war die Zeit knapp, dennoch hatte ich das Gefühl, dass wir viel geschafft haben. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es uns wirklich gelungen ist, Verbindungen zwischen den verschiedenen gelesenen Texten abschließend nochmal herzustellen. Aber vielleicht gelingt es den einzelnen TN dann in den Exposes (hoffe ich).

Letzte Woche war dann keine Sitzung, da ich nicht da war und es mir passend schien, den TN die Zeit zum Schreiben zu geben.

Diese Woche bin ich leider auch nicht da, aber meine Kollegin wird eine Feedbackkonferenz zu den Exposes anleiten.

11. Sitzung am 22.6.2016

Ich komme diese Woche nicht dazu, ausführlich zu reflektieren. Die Sitzung verlief nach Plan und ich bin sehr erstaunt, dass wir damit mit den Texten und dem Leseteil des Seminars durch sind. Und: Ich habe zum ersten Mal was an der Tafel visualisiert -- Premiere!

10. Sitzung am 15.6.2016

Vorab: Es fällt mir schwer zu glauben, dass das Seminar schon zu Zweidritteln um ist! Plötzlich ging es doch sehr schnell.

Ich habe in dieser Sitzung zunächst um ein kurzes schriftliches Zwischenfeedback gebeten, dann eine kurze Rückschau auf die letzte Sitzung gemacht (die ja ohne mich lief) und dann die Lesetechnik besprochen. Anschließend wurde in Kleingruppen diskutiert zum aktuellen Text und dann im Plenum auch nochmal.

Das Zwischenfeedback wollte ich eigentlich schon früher machen, aber irgendwie war nie Zeit dafür. Ich habe beim Lesen der Rückmeldungen aber gemerkt, dass die Teilnehmenden ganz zufrieden sind und keine grundlegenden Änderungen wünschen, so dass es vielleicht nicht so schlimm ist, dass das erst jetzt kommt. Die Rückmeldungen bestätigen meine Eindrücke: Das wöchentliche Pensum ist vergleichsweise hoch und intensiv. Allerdings schreiben die meisten, dass sie den Sinn sehen und viel gelernt haben. Geschätzt wird der gute Austausch im Seminar, die praktische Anwendung und von vielen wird auch die gute Atmosphäre erwähnt. Zu den Gruppendiskussionen gab es die Rückmeldung, dass diese manchmal nicht ganz so fokussiert waren und eine TN hat gar nicht verstanden, warum wir nicht gleich im Plenum diskutieren. Für die nächsten Wochen wird eine Zusammenfassung des bisher Gelernten, praktische Unterstützung bei der Umsetzung des Exposes und Bekanntgabe von Bewertungskriterien gewünscht. Das entspricht in allen drei Punkten genau dem, was ich vorhabe, so dass ich mich auf die nächsten Sitzungen freuen kann.

Den Austausch zu den Lesetechniken hatte ich dieses Mal mit einem Stimmungsbild per Daumen abgeschlossen (Daumen hoch, runter oder neutral) und jeweils eine Vertreterin der Meinung um ein kurzes Statement gebeten. Die Methode hat gut funktioniert.

Die Diskussion über die letzte Sitzung (die gut angekommen ist) hat etwas länger gedauert als geplant. Bei der Gruppenarbeit hatte ich dann den Eindruck, dass ich zu lange dafür eingeplant hatte (30 Minuten) und wir eher wieder ins Plenum hätten gehen sollen. Das nehme ich mit und werde beim nächsten Mal anders gewichten. Es ist interessant, dass die Seminargruppe anscheinend jetzt so weit ist, dass auch im Plenum gerne und viel diskutiert wird. Das war ja lange Zeit nicht so. Daher ist es logisch, den Anteil an Gruppenarbeit zurückzufahren.

Kurzer Eindruck zur autonomen 9. Sitzung am 8.6.16

Diese Sitzung hatte ich vorbereitet und Laura, eine Peer-Tutorin, hat sie für mich organisiert. Die Studierenden haben Zuhause einen Text gelesen, der sich mit verschiedenen Schreibstrategien beschäftigt. Ich hatte sie gebeten, dazu zu reflektieren, welche Strategien ihnen bekannt und welche fremd sind -- das Lesen des Fachtextes sollte also mit eigenen Erfahrungen zusammen gebracht werden. In der Sitzung sollten sie dann an verschiedenen Lernstationen arbeiten, die jeweils einer der im Text besprochenen Strategien entsprechen. Dieses Material habe ich vor Jahren im Rahmen meiner Dissertation entwickelt und es auch schön aufbereitet, mit bunten laminierten Blättern usw. Die Teilnehmenden sollten mit einer ihnen fremden Herangehensweise anfangen und dann ggf. auch weitere ausprobieren und sich abschließend darüber austauschen.

Laura hat mir zurück gemeldet, dass es gut gelaufen sei und dass sie die Gruppe toll fand und alle gut mitgemacht hätten. Außerdem hat sie das Material gelobt. Die Eindrücke der Teilnehmenden werde ich dann diese Woche erfahren.

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Evaluation und Ausblick

Wie im Blog beschrieben, sind die offiziellen Evaluationsergebnisse der Kulturwissenschaftlichen Fakultät für das Seminar sehr positiv. Die mündliche Auswertung ergab zudem, dass die Studierenden den Arbeitsaufwand zwar als sehr hoch einschätzten, aber nicht mehr, wie anfänglich noch, als "zu" hoch. So äußerte eine Teilnehmerin, sie habe für dieses Seminar zum ersten Mal wirklich jeden Fachtext gründlich gelesen und bewerte dies positiv. Die Kombination von Lesekompetenzförderung und Erarbeiten von Fachinhalten war für alle Beteiligten -- die Studierenden und mich -- gewöhnungsbedürftig und zeitaufwändig. Ich würde diese Kombination trotzdem empfehlen und wiederholen, weil ich den Eindruck hatte, insgesamt nachhaltiges Lernen zu ermöglichen. Allerdings erscheint eine begrenzte Teilnehmerzahl sinnvoll, wenn das Seminar genau so durchgeführt werden soll, da es sonst schwierig wird, im Blick zu behalten, wie die Leseaufgaben erfüllt wurden. Denkbar wäre aber auch eine Unterstützung eines solchen Formats durch TutorInnen, die Feedback zu den Leseaufgaben geben.