Lehrreflexionen Seminar "Schreiben" /
Reflexion zur 12. Sitzung am 29.6.2016

Diesmal schreibe ich mit großem Abstand, ich bin einfach nicht dazu gekommen. Aber wie das so ist: mit Abstand nimmt auch die detaillierte Erinnerung an die Sitzung ab.Daher hier nur knapp:

Wir haben zunächst wie geplant die Schreibgespräche zu den einzelnen Texten durchgeführt. Ich hatte zu jedem Text ein Flipchart-Papier mit dem Titel des Textes in der MItte beschriftet. Wir gingen dann alle zwischen den Plakaten hin und her und schrieben Assoziationen und Gedanken zu den Texten auf. Es gab außerdem noch zwei freie Plakate für Fragen und Ideen. Das Ziel war es, die Texte wieder in Erinnerung zu rufen und durch die Schreibgespräche auch zu sehen, was es für Verbindungen zwischen den Texten gibt. Ich weiß nicht, ob die TN die Methode ergiebig fanden, ich habe mir dazu kein Feedback geholt. Es hätte vielleicht tiefer gehen können, aber die Methode an sich hat mir Spaß gemacht. Es war gut, dass ich die Texte jeweils auch zu den Postern gelegt hatte, so dass man nochmal reinschauen konnte.

Anschließend haben wir ein Freewriting dazu gemacht, was jede interessiert und worüber man eine Hausarbeit schreiben könnte. Auf dieser Basis haben dann alle mit der Methode "Dreischritt" (Handout des Schreibzentrums) versucht, ein Thema zu finden und einzugrenzen. Diese haben dann alle vorgelesen und ich habe versucht, zu kommentieren, ob mir das machbar erscheint. Viele Ideen waren ähnlich und drehten sich um die Frage, wie Schreiben in der Studieneingangsphase vermittelt werden kann.

Abschließend sind war das Handout zum Expose durchgegangen, auf dem ich meine Erwartungen und Bewertungskriterien festgehalten habe.

Insgesamt war die Zeit knapp, dennoch hatte ich das Gefühl, dass wir viel geschafft haben. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob es uns wirklich gelungen ist, Verbindungen zwischen den verschiedenen gelesenen Texten abschließend nochmal herzustellen. Aber vielleicht gelingt es den einzelnen TN dann in den Exposes (hoffe ich).

Letzte Woche war dann keine Sitzung, da ich nicht da war und es mir passend schien, den TN die Zeit zum Schreiben zu geben.

Diese Woche bin ich leider auch nicht da, aber meine Kollegin wird eine Feedbackkonferenz zu den Exposes anleiten.

Kommentare

Samuel Stickel
14. Juli 2016, 21:00

Liebe Katrin,

Ich finde es immer wieder schön zu sehen, wie "souverän" man mit den vielfältigen und (aus Sicht des durchschnittlichen Studienalltags) "unkonventionellen" Methoden umgehen kann, die sich in den Methodensammlungen so finden. Das ermutigt auch, im nächsten Tutorium vielleicht doch mal eine der aufwändigeren Methoden zu versuchen, selbst wenn es eine inhaltliche, textbezogene Sitzung im vorgegebenen Rahmen einer Vorlesung ist.

Dein Vorgehen zum Vergegenwärtigen der behandelten Texte finde ich sehr gut, da sich so zu Ende des Semesters vielleicht auch nochmal neue Verbindungen in den Köpfen der TN auftun. Ganz besonders gefallen hat mir jedoch, dass Du daraus dann über Freewriting und die Dreischritt-Methode den TN noch im Seminar die Möglichkeit gegeben hast, Themen für die Hausarbeit zu finden. Dieser Sache wird glaube ich viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt in den meisten Seminaren. Auch die Offenlegung und Besprechung der Bewertungskriterien finde ich natürlich sehr wichtig.

Zu dem Punkt mit den Verbindungen zwischen den Texten: ich glaube, dass man da nicht zu hohe Erwartungen haben sollte. Manchmal ergibt sich das mehr, manchmal weniger; aus meiner Erfahrung hat das nicht einmal mit der Qualität des Seminars zu tun. Trotzdem denke ich, dass bei der von Dir angewendeten Methode schon etwas angeregt wurde, selbst wenn es nicht außerordentlich sichtbar während des Seminars auftrat.

Dann bleibt mir nur noch Dich zu diesem Seminar zu beglückwünschen, das, nach meinem Gefühl, sehr erfolgreich verlaufen ist! Das schöne ist, so glaube ich, dass die TN bei Dir auf so vielen verschiedenen Ebenen Bereicherndes daraus mitnehmen können.

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