Präsentationsportfolio Peer Learning

Vorraussetzungen für Peer Tutoring

Schlagwörter: autonomes Lernen, Gruppenarbeit, institutionelle Voraussetzungen, Peer Learning, Peer Tutoring, Schreibzentrum, Tutee, wissenschaftliches Arbeiten an der Universität, wissenschaftliches Lernen, Zeit und Arbeit Mehr ...
„Each one teach one“ (afrikanisch-amerikanisches Sprichwort)
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Do's & Don'ts

Peer Learning in der Praxis

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Peer Tutoring ist eine spezielle Form des Peer Learnings, bei dem ausgebildete Tutor*innen ihre Kommiliton*innen beim Lernen unterstützen.

Um erfolgreiches Peer Tutoring zu ermöglichen, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein, die in den folgenden Abschnitten dargestellt und erläutert werden.

Grundlage für diese Informationen sind die Quellen, die in der rechten Spalte angegeben werden.

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Theorie

Das Konzept des Peer Tutorings soll ermöglichen, dass Studierende in einem akademischen Kontext von- und miteinander lernen können. Dies beruht auf der Idee, eine Lernsituation zu schaffen, die auf Augenhöhe stattfindet und damit alle am Gespräch, an der Diskussion oder an der Gruppenarbeit Beteiligten als Expert*innen anzuerkennen und wertzuschätzen.

Peer Tutoring stößt dabei autonome und studierendenzentrierte Lernprozesse an, konstruiert interaktiv Wissen und unterstützt Tutor*innen und Tutee in ihrer sowohl akademischen als auch persönlichen Kompetenzentwicklung.

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Institutionelle Voraussetzungen

Wer ein Peer Tutoring-Projekt an seiner Institution starten möchte, ist häufig mit Ängsten und Vorbehalten seiner Kolleg*innen und der Studierenden konfrontiert. Diese sollten ernst genommen und bearbeitet werden, um eine gute institutionelle Grundlage für das Peer Tutoring zu schaffen. Die häufigsten Ängste sind:

  • Peer Tutoring bedroht Jobs,
  • senkt die Qualität und den Standard der Lehre,
  • hat keine theoretische Grundlage,
  • lässt sich nicht benoten.

Darauf sollte mit Info-Veranstaltungen und Workshops für Lehrende und Studierende reagiert werden. Wichtig ist dabei:

  • Klare Definition

Um Missverständnisse und Enttäuschungen zu vermeiden, sollten Zielsetzung und Umsetzung eines Peer Tutoring-Projekts möglichst klar dargelegt werden.  Es muss deutlich sein, dass das Projekt in klaren Grenzen stattfindet und nicht jegliche Form des Lernens in Zukunft Peer Learning sein soll. Vor- und Nachteile sollten deutlich gemacht und die Rolle der Peer Tutor*innen sehr klar definiert werden. 

  • Sichere Arbeitsplätze

Lehrende geben beim Peer Tutoring einen Teil ihrer "Macht" und ihrer Kompetenzen an die Studierenden ab. Sie müssen ihre Rolle als Lehrende neu definieren: „away from the authority figure“ zum „instructor of the students themselves“ (Felchikov, 129). Das kann Ängste wecken - vor allem in einem Arbeitsklima, in dem der eigene Job unsicher erscheint.

  • Beweise liefern

Studien und andere Belege für den Erfolg des Programms sammeln und verbreiten: „The best public relations is good news spread by a successful programme“ (Felchikov, 129).

 Beispiel

Ziele eines Projekts:

To give school pupils support in learning mathematics and science by the provision of undergraduates as tutors; to assist first-year undergraduates in the transition from school to university by the provision of mentoring by second-year undergraduates.

Beweise/Evaluation:

First-year physics students who receive help in mathematics from third- year physics students will achieve X points better in testY than students from a matched control group who do not receive tutoring but who spend an equal amount of time in normal classroom instruction.

(Felchikov, 136)

 

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Setting

Der Zusatzaufwand für Peer Tutoring-Projekte sollte möglichst gering gehalten werden. Wieviel Zeit und Arbeit Tutor*innen und Tutees investieren müssen, sollte  klar abgesteckt und nicht zu hoch angesetzt sein. Das Peer Tutoring sollte sich flexibel dem Stundenplan der Studierenden anpassen können oder am besten in bereits bestehende Stundenpläne/Lehrveranstaltungen integriert werden, damit es nicht als zusätzlicher Aufwand wahrgenommen wird.

Die Räumlichkeiten sollten leicht zu erreichen und möglichst eher klein sein, um eine angenehme Atmosphäre zu ermöglichen (keine Hörsäle, eher halbprivate Orte wie Cafeteria etc.). Auch sollte die Umgebung den Tutee willkommen heißen und freundlich wirken (Pflanzen, farbenfrohe Poster, gemütliche Stühle etc.). Schreibdedarf oder Wörterbücher und ähnliches sollten in Reichweite sein, damit ein ungestörtes Arbeiten auch bei Unklarheiten wie z.B. der Rechtschreibung gewährleistet werden kann.

Das Schreibzentrum der Viadrina zum Beispiel bietet einen Raum, in dem komfortables wie auch erfolgreiches Lernen möglich gemacht wird. Durch die Wohnzimmeratmosphäre fühlen sich Tutee sowie natürlich auch Tutor*in wohl. Das Selbstlernzentrum bietet neben gemütlichen Sitzmöglichkeiten auch Arbeitsflächen sowie eine Reihe von Fachliteratur und Filmmaterial, das benutzt und gegebenenfalls auch ausgeliehen werden kann. 

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Atmosphäre

Die Zuteilung von Tutor*innen zu Tutees sollte gemeinsam entschieden werden, um gegenseitige Sympathie als Arbeitsgrundlage sicherzustellen. Freunde sollten nicht füreinander als Peer Tutor*innen fungieren, da hier verschiedene soziale Rollen miteinander kollidieren.

Die Tutor*innen sollten unterstützt werden durch: 

  • Ansprechpartner,
  • gemeinsame Events (z.B. Parties),
  • klares und gut strukturiertes Material.
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Methodik

Welche Strategie sollten Tutor*innen verfolgen, um die Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen zu schaffen?

Das Motto für Peer Tutor*innen lautet: „ask more and tell less.“

Die bestmöglichen Lernergebnisse erzielen Tutees nicht dadurch, dass ihnen direkte Hilfe durch Erklärungen und das Nennen der Antwort gegeben wird.

Vielmehr ist es sinnvoll ihnen in ihrem Lernprozess auch die Möglichkeit zu geben, in eine Sackgasse zu geraten. Hierbei sollte ihnen nicht durch Erklärungen sondern vielmehr durch Nachfragen ermöglicht werden den Weg selbst aus der Sackgasse heraus zu finden und Lösungen zu entwickeln.

Die sogenannten „zero-content prompts“, also Erwiderungen ohne viel Inhalt, motivieren die Tutees weiter nachzudenken und so selbst die Lösung zu finden.

Erst wenn die Tutees auch nach längerem Nachdenken zu keiner Lösung kommen, sollte mit Erklärungen geholfen werden eine Antwort zu finden.

Es hat sich als weitaus effektiver herausgestellt, kurze Erklärungen abzugeben als lange Vorträge zu halten. Kurze Erklärungen können leichter aufgenommen und verstanden werden. Bei längeren Ausführungen nimmt die Konzentration zu schnell ab und die Informationen werden nicht mehr verarbeitet.

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Tutor*innen

Tutor*innen müssen strukturell, emotional und inhaltlich auf ihre Tätigkeit vorbereitet werden. Sie müssen sich genauso wie Lehrende an ihre neuen Rollen gewöhnen: Sie sollen nicht mehr einfach passiv aufnehmen, was die Lehrenden dozieren, sondern selbst aktiv werden.

Dazu ist auch Selbstbewusstsein notwendig: Tutor*innen erkennen, wieviel Kompetenzen und Wissen sie selbst schon haben. Auch von Vorteil sind das Interesse an verschiedenen Themen, die Fähigkeit zuhören zu können, Einfühlungsvermögen sowie Geduld.

Tutoren sollten konkret lernen:

• how to start a tutoring or mentoring session by establishing a friendly atmosphere;

• familiarity with the content of the tutees' syllabus;

• what to do when the tutee gives a correct answer;

• what to do when the answer is wrong;

• what to do if a session goes badly;

• how to vary the content of tutoring or mentoring sessions;

• how to end a tutoring session.

(Felchikov, 138)

Der Inhalt bzw. das Vorgehen als Peer Tutor*innen muss klar strukturiert sein, die Tutor*innen müssen auf sicheres Wissen zurückgreifen können und gleichzeitig nicht das Gefühl haben, sie müssten alles wissen oder können. Die Aufgabe besteht darin, den Tutor*innen deutlich zu machen: nicht Antworten geben, sondern Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Sie sollen nicht "little teachers" (Felchikov, 159) sein, sondern eben Peers, also Kollegen der Teilnehmer.

Für die Teilnahme am Peer Tutoring Programm und für die Ausbildung sollten Belohnungen vergeben werden, am besten in Form von Leistungspunkten, um die Motivation zu erhöhen und die Integration in den Studienalltag zu erleichtern.

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Tutees

Ein Tutee nimmt an einem Peer-Tutorium teil, um beispielsweise mit einer Hausarbeit weiterzukommen, Blockaden zu lösen, sich auf das Auslandssemester vorzubereiten und allgemein Probleme im Studium zu überwinden.

Dabei ist es wichtig, dass Tutees offen für die  neue Situation sind. Viele Studierende geben an, dass sie ohne vorherigen Lehr-Input nicht lernen könnten. Diese Skepsis ist aber oft unbegründet; tatsächlich zeigen Stuiden, dass Peer Tutoring deutlich effitiver ist als zum Beispiel passives Zuhören in einer Vorlesung.

Tutees sollte bereit sein, mehr zu tun als auswendig zu lernen. Sie müssen die richtige Motivation mitbringen und die Initiative ergreifen. Dann können sie durch das Tutorium lernen, eigene Lernprozesse kritisch zu reflektieren. Sie brauchten außerdem den Willen sich weiterzuentwickeln, aktiv teilzunehmen und die Weiterentwicklung selbst zu fördern, ebenso wie Verantwortung für das eigene Lernziel zu übernehmen.

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Die 7 goldenen Regeln

1. Ziele definieren

2. Rollen definieren

3. Tutoren und Mentoren ausbilden

4. Inhalt strukturieren

5. Tutoren und Mentoren unterstützen

6. Die Logistik so einfach wie möglich halten

7. Projekt evaluieren

(Feldchikov/Goodlad, 135-141)

 

 

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Quellen

Felchikov, Nancy: Learning Together: Peer Tutoring in Higher Education. Routledge Falmer: New York, 2001.

Getty, Erin K.: The Dynamics of Passivity in Tutoring. Erschienen in: When Tutor meets Student, The University of Michigan Press, 2000.

Girgensohn, Katrin: Peer Tutoring - ein Format zur Stärkung von Schlüsselkompetenzen an Hochschulen. Erschienen in SQ-Forum: Schlüsselqualifikationen in Lehre, Forschung und Praxis, Ausgabe 01/2014.

Hansen, Edmund J.: The Ethics of Learner-Centered Education. Erschienen in: Taylor and Francis, 2011.

Ryan, Leigh; Zimmerelli, Lisa: The Bedford Guide for Writing Tutors. Erschienen in: University of Maryland, Bedford, 2002.

VanLehn, Kurt (et al.): Why Do Only Some Events Cause Learning During Human Tutoring? Erschienen in: Learning Research and Development Center University of Pittsburgh, 2003.

 

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Impressum

Antonia Brauer, Dominic Doll, Nicola Meyer, Frederieke Reich, Lea Schneider (aka das Keksteam)

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Kommentare

Jana van Wahden
13. April 2014, 18:26

Ich halte diese Ansicht gerade im Hinblick auf ihre Struktur für sehr gelungen. Besonders gut finde ich die Einbettung der >Klick<-Funktion, die den Text zu anfang minimiert und mir einen Überblick rasch ermöglicht. Unterstützend für den Überlick ordne ich außerdem den Kasten mit den >Goldenen Regeln< ein.

Der Satz, der auf die Quellen hinweist, stört mich irgendwie da oben. Durch ihn ist der inhaltliche Fluss unterbrochen. Vielleicht könnte man den Hinweis an das Ende der Seite setzen. 

Die Einbindung von weiterführenden Links und selbst gemachten Fotos ist ein großes Plus.

Luka Varrelmann
14. April 2014, 10:31

Eure Ansicht finde ich sehr gelungen. Sie wirkt seriös und könnte genauso auch eine Unterseite auf der Viadrina-Homepage sein. Ich wünschte auch, wir hätten diese Einklappfunktion entdeckt. 

Auch die weiterführenden Links sind schön integriert.

Vielleicht hätte neben den Quellen, also unter den eingeklappten Informationen noch ein Bild oder eine Grafik gepasst, um beim Scrollen zu den Quellen und zum Impressium etwas weniger Weißraum zu haben, wenn keine Infos ausgeklappt wurden.

Ansonsten finde ich sehr übersichtlich, informativ und angemessen zur Thematik.

Vanessa Kasprick
14. April 2014, 14:03

Ich kann mich nur anschließen. Wirklich sehr gut gelungen. Dies Einschieber sin eine sehr gute Idee, da man so genau sieht, was noch auf einem zukommt ;-) bzw. was man noch erfahren kann. Ich finde es auch sehr gut, dass ihr eigene Bilder gemacht hab und auch ein Impresssum erstellt habt. Die goldenen Regeln stehen einen durch die Farbe sofort ins Auge und mal ganz ehrlich, ein Video hat immer Vorteile ;-) Echt gut gelungen!

Christiane Mundt
14. April 2014, 20:40

Eine tolle Seite, ihr habt so viele sinnvolle Funktionen benutzt (einklappbare Texte, Seitenspalten mit nützlichen Infos, Video, Infobox etc.)! Ich mag vor allem, dass ihr eure eigenen Fotos geschossen habt, so wirkt das Thema gleich viel authentischer. Außerdem lockert es das Ganze auf. Kritik fällt mir keine ein, es könnte unten vielleicht alles auf einer Höhe abschließen, aber ist auch sicherlich tricky und nur Korinthenk.. Liebe Grüße! 

Benedikt Ellebrecht
16. April 2014, 12:03

Eure Ansicht gefällt mir sehr gut. Die Bilder, Videos und Farbengestaltung vermögen es direkt Aufmerksamkeit zu erregen und wenn dieses von der Gestaltung der Seite erzeugte Interesse befriedigt werden möchte, ist die Navigation der Links im Zentrum durch die ausklappbaren Seiten sehr übersichtlich. Auch die Texte selbst in den Reitern sind klar und verständlich gegliedert. Die fett-gedruckte Darstellung einiger Stichwörter ermöglicht es schnell einen Überblick über die zur Verfügung gestellten Informationen zu erhalten. Gut gefällt mir auch die Zusammenstellung der "Goldenen Regeln", welche eine schöne und kompakte Zusammenfassung des Peer Tutorings darstellen.

Annabelle Kuhm
16. April 2014, 21:01

In Eurer Ansicht habt Ihr abwechslungsreiches Informationsmaterial wie das Video oder den farblich sehr markant hervorgehobene Infokasten mit den goldenen Regeln ebenso wie sauber ausgearbeitete Fließtexte zur Theorie vereinbart - und zwar so, dass man sich auf Eurer Seite trotzdem schnell zurechtfindet und durch die ausklappbaren Reiter auch nicht mit Text bombardiert wird.

Schön finde ich auch die weiterführenden Links und dass Ihr Euch im Impressum genannt habt - wie sich das eben gehört auf einer richtigen Homepage :)

Insgesamt eine sehr gut ausbalancierte und übersichtliche Zusammenstellung!

Thomas Querhammel
17. April 2014, 14:26

Ich finde gut, dass auf den ersten Blick wenig Text vorhanden ist, aber schon das Video Material links und der Infokasten rechts, sowie eine kurze Erklärung worum es geht. So können bei Bedarf dann über die Links die gewünschten Infos abgerufen werden oder auch nicht.  

Anja Bürgel
18. April 2014, 16:08

Eure Ansicht ist systematisch aufgebaut und sehr übersichtlich. Insbesondere die Drop-down Funktion gefällt mir sehr gut. So wird eure Seite gut leserlich und benutzerfreundlich. Zudem finde ich es sehr gut, dass ich eigenes Bildmaterial eingebracht habt. Liebe Grüße :)

 

Anja Bürgel
18. April 2014, 16:09

ihr*

Lisa Keding
19. April 2014, 18:43

Sehr schöne übersichtliche Seite, auf den ersten Blick bekommt man eine gute Übersicht über Eurer Thema und kann bei Interesse dann in einzelne Bereiche reinlesen. Auch dort habt ihr für Übersichtlichkeit durch fette Worte gesorgt, was das lesen der Seite sehr angenehm macht.

Tolle Arbeit

14 Kommentare