4) Wie kann man konstruktiv mit Konflikten umgehen?

Was tut man nun angesichts eines entstandenen Konflikts?

Wie oben dargestellt ist vor allem die Vermeidungstaktik, die Anpassung und Konkurrenzverhalten kontraproduktiv für den Gruppenprozess. Kompromiss und Kooperation wiederum helfen bei der Berücksichtigung eigener und der Gruppenbedürfnisse. Daraus ergeben sich einige Grundregeln in Konfliktsituationen:

Allgemeines

  1. Auf eine offene Atmosphäre und Akzeptanz innerhalb der Gruppe achten.

  2. Selbst Kompromissbereitschaft zeigen und die Standpunkte anderer in Betracht ziehen.

  3. Direkte Kritik und stark wertende Beiträge zunächst vermeiden (vgl. Langmaack. 2011. S. 148-149).

  4. Konflikte frühzeitig ansprechen und nicht ignorieren.

Was tun bei konkretem Konflikt?

  1. Konflikt analysieren. Welcher Konflikt liegt gerade in der Gruppe vor? Geht es um die Zielsetzung oder doch eigentlich darum, dass sich ein Mitglied nicht wertgeschätzt fühlt? (siehe Konfliktarten)

  2. Sich den eigenen Konfliktstil bewusst machen. Welchen Konfliktstil verfolgt man selbst aktuell? Vermeidet man die Konfrontation bewusst oder geht man auf Konfrontationskurs? Welche Bedürfnisse werden wahrgenommen, welche kommen zu kurz? (siehe Konfliktstile)

  3. Person und Konflikt voneinander trennen. Wird ein Konflikt auf die emotionale Beziehungsebene gezogen, droht er unsachlich zu werden und zu verhärten. Wichtig ist die Frage „Um was geht es?“, um den Konflikt auf der Sachebene zu führen. Diese kann manchmal besser mit einer neutralen Person geklärt werden (vgl. Schüler/Michaelsen/Bender 2002. S. 10).

  4. Position und Interesse unterscheiden. Wenn nur die jeweilige Position eingenommen und durchgeboxt wird, verhärtet sich der Konflikt (Nein!- Doch!). Durch Warum-Fagen kann das dahinterliegende Bedürfnis und Interesse aufgedeckt werden ("Ich möchte das (nicht), weil..."). Hierdurch wird der Spielraum für Verhandlungen und Lösungen erweitert (vgl. Schüler/Michaelsen/Bender 2002. S. 11)