Modell zum Verständnis von Gruppendynamik

Das Eisberg-Modell

Das Eisberg-Modell (hier nach König/Schattenhofer, 2007: 27) stellt ein Beobachtungsschema dar, welches sich in vier Ebenen unterteilt. Der sich über der Wasseroberfläche befindende, sichtbare Teil des Eisbergs stellt die Sachebene dar. Übertragen auf eine Gruppensituation heißt das, alle Gruppenmitglieder sind in der Lage das “manifeste Geschehen” wahrzunehmen und Thema bzw. Arbeitsziel zu diskutieren.

Alle sich unter der Wasseroberfläche befindlichen Ebenen beinhalten „latentes Geschehen“, d.h. diese Geschehnisse sind nicht unbedingt Thema des Gruppengesprächs.

Direkt unter der Wasseroberfläche befindet sich die Beziehungsebene. Hier geht es um Verhaltensweisen („Wie“ wird gesprochen?), also um Vorgänge, die nicht Teil des Gesprächs sind. Sach- und Beziehungsebene sollten voneinander getrennt sein: „Der Wechsel zwischen dem Gespräch selbst und dem Gespräch über das Gespräch muss in jeder Gruppe erst gelernt werden.“ (S. 30)

Die darauf folgende Psychodynamische Ebene ist gruppendynamisch interessant, da hier unbewusste Motive beobachtet werden können; wie sich die Sichtweisen der Gruppenmitglieder (auf Grund von individuellen, also eigens gemachten Erfahrungen) zusammensetzen bzw. entwickeln. Hier kommen individuelle Persönlichkeitsmerkmale zum Vorschein.

Die am weitesten unter der Wasseroberfläche liegende Ebene, Kernkonflikt der Gruppe genannt, kann wieder nur „Konstruktion eines Beobachters“ sein. Ziel ist es, „gruppentypische“ Konflikte, oder anders gesagt: ungeschriebene Gesetze,, zu verstehen.

https://mahara.europa-uni.de/artefact/file/download.php?file=7584