Die Phasen der Teamentwicklung

Nach einem Modell des amerikanischen Psychologen Bruce Tuckman lässt sich der Gruppenprozess bzw. die Dynamik einer Gruppe in fünf aufeinander folgenden Entwicklungsschritten betrachten.

 

Forming – Einstieg und Findung

In einer ersten Phase gilt es sich in der Gruppe zusammen zu finden. Auf sachlicher Ebene werden gemeinsame Aufgaben und Ziele abgesteckt, während sich auf emotionaler Ebene gegenseitige Erwartungen, Motivationen und Wünsche mitgeteilt werden.

Storming – Auseinandersetzungen und Konflikte

Anschließend an diese Orientierungsphase widmet sich die Gruppe ihrem Projekt bzw. ihrem Aufgabenziel. Dabei ist es wahrscheinlich, dass Unstimmigkeiten und Interessenkonflikte auftreten. Spannungen innerhalb der Gruppe wirken sich auf das Arbeitsklima aus und können die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.

Norming – Regelung und Konfliktlösung

In dieser Phase werden vor dem Hintergrund der Konflikte Normen und Regeln entwickelt, die zu einer Entspannung und gegenseitigen Akzeptanz führen. Die Gruppenmitglieder identifizieren sich zunehmend mit dem gemeinsam verfolgten Ziel und stärken somit den ersten Erfolgsprozess.

Performing – Arbeit und Leistung

Am gemeinsamen Ziel orientierend handelt die Gruppe gemeinsam und strukturiert, die Arbeitsintensität wächst an und Erfolge werden durch kooperatives und unterstützendes Verhalten erreicht. 

Adjouring (und Re-Forming) – Auflösung und Auswertung

Da sich die meisten Gruppen nach der Ausführung einer bestimmten Aufgabe (dies kann auch längerfristig angesetzt sein) auflösen, schließt sich am Ende der Gruppenarbeit eine Phase der Bilanzierung und Schlussfolgerung an.

Tuckman räumt ein, dass der Gruppenprozess auch jederzeit während der Entwicklungsschritte unterbrochen werden kann und wiederum einer Zwischenbilanz bedarf: Immer dann, wenn neue Unsicherheiten auftreten; bspw. durch den Ausstieg von Mitgliedern, durch Rollenverschiebungen oder einen Wechsel der Führungsposition.

Vgl. dazu Tuckman (1965), Stahl (2007: 46–50), Theodor-Heuss-Kolleg (2009)

Zum Tuckman Modell finden sich auch im Internet ausführliche Informationen, zum Beispiel auf der Seite des Gruppenprojekts Teamentwicklung Lab