Diskriminierung zwischen Gruppen

Warum und wie gruppenbezogene Vorurteile und Diskriminierung entstehen, das ist eine wichtige Frage der Sozialwissenschaften. Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden zu diesem Thema vielzählige Experimente durchgeführt und verschiedene Theorien aufgestellt. Der US-amerikanische Soziologe Lewis A. Coser (1913 – 2003) besipielsweise stellte 1956 in The functions of Social Conflict die These auf, dass es zwei verschiedene Arten von Konflikten zwischen Gruppen gibt: zum einen die „rationale“, zum anderen die „irrationale“. Erstere Art stellt ein Mittel zum Zweck dar: eine Gruppe diskriminiert die andere, weil es ihr Vorteile bringt. Zweitere stellt an sich den Zweck dar: die Diskriminierung der anderen Gruppe hilft dabei, eigene Spannungen abzubauen und durch den Akt der Diskriminierung dem eigenen Ärger Luft zu machen.