Kontroverse

Collaborative Learning wird in vielen Bereichen des Lebens angewendet (z.B. in Lerngruppen, Schülervertretungen, Bücherclubs, politische Organisation, Debattierclub,etc.).

Gerade deshalb erscheint es so paradox, dass in der Schule Collaborative Learning auch heutzutage immer noch häufig als eine schlechte Arbeitsweise verschrien ist. Viele Lehrer und auch Schüler haben kein Vertrauen in die Methode.

Dabei kann es soweit gehen, dass wenn Schüler X von dem Schüler Y gezeigt bekommt wie man richtig schreibt, der Lehrer den Schüler X für „Schummeln“ bestraft (Bruffee 1973: 636). In Akademischen Zirkeln wird immer noch viel zu oft nach dem Lehrer-Schüler System unterrichtet. Dabei ist das einzig wichtige die Beziehung des Schülers zum Lehrer und nicht zu seinen Mitschülern. Das kann zur Isolation der Lernenden von einander führen und dadurch zu einer Stressvergrößerung.

Aber warum ist Collaborative Learning in der Schule so unerwünscht, wenn es doch im Alltag viel zur Anwendung kommt?! Es liegt an den vielen Vorbehalten, sowohl auf Seiten der Lehrer und Dozenten wie auch auf Seiten der Schüler, Studierenden und Eltern. Kritisiert werden:

1. Ohne "allwissende Autoritätsperson" gibt es keine verlässliche Wissensquelle. Von einer erfahrenen Lehrkraft kann man mehr lernen als von anderen Lernenden.

2. Bei unterschiedlichem Wissenstand profitieren nur die, die weniger Kenntnisse mitbringen. Die anderen können ihren Wissenstand nicht erweitern, weil sie zu beschäftigt damit sind, dem Rest der Gruppe ihr eigenes Wissen zu kommunizieren.

3. Die Lehrkraft wird überflüssig.

4. Es entsteht schnell Unruhe im Klassen/Seminarraum (Renkl/Mandl 1995: 292).